Die Geburtsstunde des Fanfarenzug Rauenspurg reicht bis in die Nachkriegszeit zurück, wobei die Ravensburger Rutenfestkommission die Rolle der „Hebamme“ übernahm.

Aus dem damaligen Pfeiffer- und Fanfarenzug wurde in den 60er Jahren der Fanfarenzug Ravensburg aufgebaut, der ausschließlich am Ravensburger Rutenfest, eines der größten historischen Heimatfeste im süddeutschen Raum, auftrat. Im Jahre 1962 kamen weitere Auftritte im Rahmen der Veranstaltungen der Ravensburger MILKA-Faschingsgesellschaft e.V. hinzu.

Die Aktiven konnten sich 1968 auf eigene Kosten schmucke Landsknechtuniformen anschaffen. Der Entwurf dieser Uniform kam von Otto Lutz, heutiger Ehrenzunftmeister der Ravensburger Schwarze Veri Zunft, und Ehrentambour der Ravensburger Bürgergarde.

Nach soviel Aufbauarbeit entschloß man sich im Jahre 1970 einen eingetragenen Verein zu gründen mit dem Namen „Fanfarenzug Rauenspurg e.V. der Stadt Ravensburg“. Zeitgleich mit der Gründung des eingetragenen Vereines gab es eine grundlegende Veränderung in musikalischer Hinsicht. Durch die sukzessive Umstellung von Naturtonfanfaren auf Ventilfanfaren konnte das Repertoire vollständig erneuert und verbessert werden. In den späten 70er Jahren wurde so der unverkennbare moderne „Rauenspurger“- Fanfarenstil geprägt, der bis heute erfolgreich beibehalten wird. Selbstverständlich gibt es im Rauenspurger Repertoire auch historische Fanfarenstücke.

An der Fasnet 1983 (Fasching, Karneval) veranstalteten die Ravensburger Fanfarenbläser ihren ersten „Rauenspurgball“. Die Besucherzahl belief sich auf ca. 200. Mittlerweile fand der traditionelle Rauenspurgball zum dritten Mal im Ermlandhof mit über 1.000 Gästen statt. Ein absolutes Muß für jeden Ravensburger, oder die, die es noch werden wollen.

Anläßlich des 25-jährigen Jubiläums als eingetragener Verein nahmen die Rauenspurger ihre erste CD mit 14 der erfolgreichsten und bekanntesten Musikstücke auf. Hierbei wurde das Vereinsheim von den umtriebigen und einfallsreichen Aktiven in ein Tonstudio verwandelt. Das Ergebnis kann sich „hören“ lassen, angesichts der Tatsache, daß es sich bei den Aktiven ausschließlich um Amateure ohne jegliche musikalische Ausbildung handelt. Alle Musikstücke werden ohne Noteneinstudieren und vollkommen auswendig gespielt.

Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahr 2010 veranstalteten die Rauenspurger eine große Wiesn-Party in der Schmalegger Ringgenburghalle. Dabei spielten zahlreiche befreundete Fanfarenzüge und Schalmeiengruppen auf. Passend zum Jubiläum wurde ein neues Musikstück „Olympic Spirit“ erstellt und einstudiert.